5 Dinge, die Sie wissen sollten, wenn Sie eine Abmahnung erhalten haben

4. November 2019 — Theresa Hammer

Eine Abmahnung will dem Abgemahnten zeigen, wie er sich zu verhalten hat, um einen Prozess zu vermeiden.

Üblicherweise enthält sie die Aufforderung, ein bestimmtes Verhalten zu unterlassen sowie eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben. „Strafbewehrt“ meint dabei, dass der Abgemahnte für den Fall eines künftigen Verstoßes gegen die Unterlassungspflicht eine Vertragsstrafe schuldet. Außerdem wird meist die Erstattung von Abmahnkosten, häufig auch Schadensersatz gefordert.

Flattert eine Abmahnung ins Haus, ist es hilfreich, folgende Dinge zu wissen:

  1. Bleiben Sie ruhig. Stecken Sie aber keinesfalls den Kopf in den Sand – nicht reagieren und abwarten sind keine Option. Unterstellt, die geltend gemachten Ansprüche wären berechtigt, könnte die „Vogel-Strauß-Taktik“ nämlich richtig teuer werden…
  2. Wenn Sie sich denken „Ich war das nicht, ich habe nichts unrechtes getan!“ kann es vielleicht sein, dass Sie zu Unrecht abgemahnt worden sind, z.B. weil Sie nicht der richtige Anspruchsgegner sind. Bevor Sie sich hierüber den Kopf zerbrechen, holen Sie sich anwaltlichen Rat ein.
  3. Die vom Abmahnenden übersandte Unterlassungserklärung könnte zu weit gefasst sein. Selbst wenn der Abmahnende einen Anspruch auf Abgabe einer Unterlassungserklärung haben sollte, tut man gut daran, lediglich eine konkrete, auf den Einzelfall zugeschnittene Unterlassungserklärung zu unterzeichnen (eine sog. modifizierte Unterlassungserklärung).
  4. Es könnte sein, dass die Abmahnkosten in der geforderten Höhe nicht berechtigt sind – der Abrechnung muss nämlich der im Einzelfall einschlägige Gebührenstreitwert zugrunde gelegt werden.
  5. Die Reaktion auf eine Abmahnung will gut überlegt sein. Professioneller Rat ist im Einzelfall unerlässlich, um den richtigen Weg einzuschlagen und sich so unnötige Kosten und vielleicht sogar einen Rechtsstreit zu ersparen.
Theresa Hammer

Über Theresa Hammer

Theresa arbeitet seit 2012 als Rechtsanwältin und hat im Jahr 2016 den Fachanwaltstitel im Verkehrsrecht erworben. Sie betreut seit mehreren Jahren laufend Mandate im Bereich IT- und Softwarelizenzrecht.

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