Gesellschafter – einig oder uneinig?

15. November 2019 — Dan-Alexander Levien

Ein zentrales Element für den Erfolg oder Misserfolg eines Start-ups sind neben dem Produkt und seiner Akzeptanz im Markt die handelnden Akteure. Und da stehen ganz am Anfang die Gesellschafter, wenn mehrere Gründer sich zusammentun.

Der Vorteil, ein Start-up gemeinsam zu stemmen, liegt ganz klar auf der Hand. Man kann die Aufgaben und Herausforderungen gemeinsam schultern. Hinzukommt, dass jeder unterschiedliche Talente und Fähigkeiten mitbringt, die dann das Start-up bereichern.

Genau diese Vielfalt ist auch zugleich ihr Nachteil. Es gilt sich zu einigen. Es gilt zu delegieren, sich gegenseitig zu vertrauen. Und das kann bisweilen eine Herausforderung sein, wenn unterschiedliche Charaktere mit ihren individuellen Vorstellungen zusammenwirken wollen.

Daher ist es sehr wichtig, die Beziehungsebene der Gesellschafter transparent zu machen. Die Gesellschafter sollten vereinbaren und aufschreiben, auf Basis welcher Werte und Prinzipien sie zusammenarbeiten und dann auch später Entscheidungen treffen wollen.

Sich dafür am Anfang Zeit zu nehmen, klingt zugegebenermaßen etwas befremdlich. Die Arbeit am Produkt und Markt erscheint viel wichtiger und dringlicher. Dennoch kann die für die Wertearbeit und das „Grundgesetz“ der Gesellschafter eingesetzte Zeit später beim ersten Konflikt wertvolle Zeit sparen.

Zentrale Fragen am Anfang können daher sein:

  • Warum wollen wir gemeinsam ein Start-up gründen?
  • Welche Vision, Mission, Ziele und Arbeitsweisen haben wir? … sind diese auch kompatibel?
  • Welche Werte verbinden uns, und welche nicht?
  • Wie wollen wir mit der Andersartigkeit des Anderen umgehen?
  • Wie wollen wir Konflikte besprechbar machen und lösen?
  • Was ist für uns ein Grund, die Zusammenarbeit zu beenden?

Es lohnt, sich ehrlich mit diesen Fragen zu beschäftigen, sich dazu konkrete Antworten zu erarbeiten, zu vereinbaren, hinzuschreiben und gelegentlich auch mal wieder in Erinnerung zu rufen.

Bei all dem kann eine professionelle Begleitung durch einen neutralen Dritten helfen, sich bewußt mit den Themen auseinanderzusetzen, eben nicht an den interessanten Punkten in die Vermeidung zu gehen und dadurch ein solides Fundament für das gemeinsame Start-up zu legen.

Es lohnt sich, weil im Fall eines Falles die Konfliktlösung und Einigung einfach einfacher gelingt.

Dan-Alexander Levien

Über Dan-Alexander Levien

Dan ist seit 2001 Rechtsanwalt und verfügt über besondere Erfahrungen in den Bereichen Gesellschafts-, Lizenz-, allgemeines Wirschafts- und Steuerrecht. Besonders gern moduliert er Unternehmesabläufe, so dass rechtliche Anforderungen praxistauglich integriert werden. Dan ist außerdem ausgebildeter Mediator und systemischer Coach.

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