Gründerteams – alles eine Frage des Spirits

16. August 2020 — Dan-Alexander Levien

Der heutige Beitrag setzt den Blogbeitrag vom 15.11.2019 fort. Dort ging es darum, dass es vorteilhaft ist, wenn Gründer sich im Vorfeld bewußt machen, warum sie mit ihren Mitgründern gemeinsam eine Unternehmung auf die Beine stellen wollen.

Heute geht es um die Frage, wie sich der Gründerspirit auf ein Team auswirkt.

Hierzu zwei kleine und extrem gewählte Beispiele als Stereotypen – weil sich so die Auswirkungen des Gründsungsspirits leicht darstellen lassen.

Im ersten Extrem haben wir ein hochmotiviertes Gründerteam voller „Macher„. Jeder ist beseelt von der Unternehmung, der gemeinsamen Vision und Mission. Es rührt sich was im Karton! Jeder springt in eine Himmelsrichtung und kommt voll von Inputs wieder, der Tag ist zu kurz um all das Erlebte zu verarbeiten, mit dem Team zu teilen … und schnell wurschtelt jeder vor sich hin, und die gemeinsame Basis verschwimmt zunehmend.

Im zweiten Extrem haben wir ein Team von „Individualisten„. Das gemeinsame Start-up ist wichtig, aber da gibt es noch so viele andere Dinge, die ja auch wichtig sind. Jagen wollen die Gründer schon, aber wenn ein anderer jagt und voranläuft, dann ist das schon auch OK. Themen werden bedächtig und konstruktiv diskutiert und entschieden, aber wann sie umgesetzt werden… naja, wenn dann mal Zeit ist, nichts dazwischen kommt und wenn es halt passt.

In beiden Fällen scheint auf der Hand zu liegen, was das „Problem“ sein wird. Die individuellen charaktertypischen Eigenheiten der Gründer. Sicher. Eine Metaebene höher geschaut, ist dem aber nicht mehr so.

Worauf ich hinaus will, ist die Frage, welchem „Spirit“, welcher „Vision“ sich ein Team verpflichtet fühlt. Im Beitrag vom 15.11.2019 ging es darum, ein „Grundgesetz“ für das Team zu erarbeiten. Dort stehen Werte, die die Basis für die gemeinsame Zusammenarbeit bilden.

Eine gemeinsame „Vision“ bzw. der „Spirit“ geht über dieses Grundgesetz hinaus. Hier geht es um das größere Ziel, zu dem sich die einzelnen Gründer verpflichtet fühlen. Und wenn dieses Ziel so attraktiv für den Einzelnen ist, sprich das intrinsische Interesse so groß und motivierend ist, dass jeder es unabhängig vom anderen erreichen möchte, desto leichter lassen sich Phänomene der beiden oben dargestellten Beispiele vermeiden.

Im ersten Fall wird jeder ein Interesse daran haben, den roten Faden nicht zu verlieren und sich im Zweifel daran erinnern, dass man ja ein Orchester sein möchte und das Konzert gemeinsam präsentieren möchte. Im anderen Fall ist das intrinsische Interesse so groß, dass niemand den anderen kontrollieren, mahnen, anzählen muss, und auch das Interesse, einfache Themen zu „zerdiskutieren“ wird gering sein.

Um einen solchen Spirit herauszuarbeiten oder einen Teamkonflikt zu lösen, lohnt sich die Unterstützung durch einen neutralen Dritten. Da es oft auch um fachlich komplexe Themen handelt, kann es für eine schnelle Lösung vorteilhaft sein, sowohl die weichen / charaktertypischen Themen als auch die „Businessthemen“ ganzheitlich im Blick zu haben und anzupacken.

Das Bild stammt von Susanne Jutzeler auf Pixabay.

Dan-Alexander Levien

Über Dan-Alexander Levien

Dan ist seit 2001 Rechtsanwalt und verfügt über besondere Erfahrungen in den Bereichen Gesellschafts-, Lizenz-, allgemeines Wirschafts- und Steuerrecht. Besonders gern moduliert er Unternehmesabläufe, so dass rechtliche Anforderungen praxistauglich integriert werden. Dan ist außerdem ausgebildeter Mediator und systemischer Coach.

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